Mein Wildes Leben
 



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Was ist ein Blog?
Ein Blog ist - so zumindest die rein sprachliche Definition des Begriffs - eine Art Internettagebuch. Der Begriff pr?gte sich aus einer Kontraktion des Wortes 'weblog' und die ganze Bloggerbewegung stammt nat?rlich aus den USA.

Aber was ist ein Blog nun f?r mich?
Ein Blog hat f?r mich immer auch etwas Literarisches an sich. Denn die Gedanken und Erlebnisse, die in meinem Blog erscheinen sind durch meine - sozusagen - innere Zensur gewandert. Weil ich damit in die ?ffentlichkeit trete. Mich einem - und mag es noch so klein sein - Publikum stelle. Und da ich mich vor einem Publikum ?u?ere, dass mir zudem noch absolut unbekannt ist, zensiere ich nat?rlich meine Gedanken und Erlebnisse, verf?lsche sie, ?bertreibe vielleicht auch ein wenig oder untertreibe. All das, weil ich die Personen, die es lesen k?nnten nat?rlich nicht kenne. Also verfasse ich im eigentlichen Sinne Literatur.
Das ich dies tue, missf?llt nat?rlich auch manchen Menschen. Insbesondere denjenigen, die sich in meiner n?heren Umgebung befinden und sich davon gest?rt f?hlen, dass ich von ihnen - und sei es auch nur indirekt - berichte.

Daraus ergibt sich nat?rlich f?r einen Blogger die Frage, wie weit darf ich in meiner Selbstdarstellung gehen (denn das ist ein Blog ja zu einem gewissen Ma?e auch), wenn es sich um die Pers?nlichkeitsrechte anderer handelt? Darf ich - und sei es noch so anonym ?ber mein Verh?ltnis zu den Menschen in meiner Umgebung berichten oder muss ich ?ber genau diese Dinge schweigen, um sie zu sch?tzen. Wodurch ich nat?rlich einen gewissen Teil des Lebens ?ber das ich hier berichten m?chte nat?rlich ausklammern m?sste. Aber ist es tats?chlich so, dass dieser Teil niemanden etwas angeht?

Um dieses Dilemma zumindest zu einem kleinen Teil f?r mich zu l?sen, habe ich dieses Blog gegr?ndet. Es ist weitgehend anonym (so anonym ein Blog eben sein kann) und die Verbreitung seiner Inhalte ?berlasse ich dem Zufall. Ich werde es nicht annoncieren und schon auf gar keinen Fall, meiner Familie mitteilen.

Denn meine Familie hat die Angewohnheit nicht einmal untereinander ?ber den anderen zu sprechen. Das k?nnte ja den Angesprochenen dazu zwingen sich eindeutig zu - sagen wir einmal - den eigenen Bruder zu ?u?ern. Dieses wiederum k?nnte dazu f?hren, dass diese Meinung dem Bruder nun von anderer Seite wieder mitteilt wird und er sich angegriffen f?hlt. Also sagt man lieber gar nichts. H?lt sich raus und nennt das dann Toleranz und Diskretion.

In meinen Augen ist es Feigheit.

Ich habe eine Meinung, aber die gebe ich nicht kund, weil ich Angst habe, sie k?nnte bei demjenigen landen, ?ber den es geht. Ich sage es aber auch nicht demjenigen ins Gesicht. Weder die guten noch die schlechten Dinge, die man so ?bereinander denkt und f?hlt.

Ist das normal? L?uft das bei allen Menschen so ab?

NEIN! Denn in meinem Freundekreis funktionert es, dass ich mich mit den Leuten frei unterhalten kann. Miteinander, ?bereinander und zusammen ?ber andere. Man sagt sich nichts, was man sich nicht auch ins Gesicht sagen w?rde, aber man sagt sich auch die sch?nen Dinge und nicht nur die kritischen Punkte.

Sollte es nicht gerade in einer Familie so sein? Oder muss man einfach damit leben, dass die eigene Familie nur einem Zufall entspringt und man sich nicht kennen und m?gen muss, nur weil man blutsverwandt ist.

Seine Gef?hle im Internet einer unbekannten Menge an wildfremden Personen anzuvertrauen ist - tja, was eigentlich? Ein Vertauensbruch? Wieso? Das w?rde ja implizieren, es g?be eine Art von Vertrauen, das gebrochen werden kann. Aber dann w?rde man ja auch ansonsten miteinander reden. Was ist es dann? Ein Sakrileg? Das w?rde wiederum bedeuten, dass die Familie etwas Heiliges ist. Hmm, seien wir ehrlich, unsere Familie ist alles m?gliche, aber nur nicht heilig. Warum st?rt es also so, wenn eines der Familienmitglieder in die ?ffentlichkeit tritt und ?ber sich und seine Gef?hle berichtet? (Die nicht einmal etwas mit der Familie zu tun haben m?ssen.) Wieso "emp?rt" es ...

Wieso mich diese eigent?mlichen Reaktionen meiner Familie betreffen ist einfach. Ich bin die J?ngste. Nachz?gling nach langen 13 Jahren. Meine Br?der haben den Haushalt verlassen als ich noch recht jung war. Zu meinem "j?ngeren" Bruder hatte ich lange Jahre keinen wirklichen Kontakt. Den ?ltesten habe ich als Kind schon verg?ttert.

Und jetzt? In meinem vierzigsten Jahr? Tief in mir drin bin ich immer noch die Kleine, die hinter ihren Br?der herrennt und von ihnen anerkannt und geliebt werden will. Sonst nichts. Aber weil man ja in der Familie nicht ?ber Gef?hle redet, wird das alles hinter einer fragilen M?chtegern-toughen-Fassade verborgen, die jederzeit zerbrechen kann und dann brechen deutlich vehemennter als man das so m?chte die Gef?hle hervor und ruinieren wahrscheinlich mehr als sie n?tzen.

*seufz*
7.12.04 08:06


Willkommen in meinem Weblog!
7.12.04 07:35





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